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Eine Kirchenbank auf Reisen

Kirchenbank in Elbrinxen

Ich bin die Bank aus der Klosterkirche in Falkenhagen! Lange habe ich dort gestanden. Menschen haben auf mir gesessen: im Gottesdienst, bei Trauungen mit glücklichen Augen, bei Trauergottesdiensten mit Tränen in den Augen. Sie sind getröstet gegangen. Und sie sind wieder gekommen.

Inzwischen haben Stühle meinen Platz eingenommen. Lange habe ich auf dem Dachboden der Kirche gestanden. Bis ich dann heruntergeholt worden bin, aufbereitet wurde und einen neuen, dekorativen Platz fand.

In diesem Jahr habe ich eine neue Aufgabe. Ich gehe zu den Menschen. Das ist schön. Sonst kommen die Menschen zu mir, in diesem Sommer besuche ich die Leute. Sie können auf mir Platz nehmen, Pause machen, die Seele baumeln lassen. Sie können sich stärken – und sie dürfen die Einladung mitnehmen, auch der Seele Raststellen anzubieten. Viele Menschen haben in der letzten Zeit auf mir Platz genommen. Bei den Wanderungen des neuen Pastoren - da habe ich immer an den Pausenstationen gestanden. An drei Samstagen haben immer wieder Menschen auf mir ausgeruht. 

Fröhlich, lebendig, bunt und unbeschwert ging es zu, als sich die Konfirmanden auf mich gesetzt haben. Es war der letzte Unterricht vor den Ferien und die Unbeschwertheit der jungen Leute wurde spürbar.

Ein ganz anderer Ort war der Sportplatz. Beim Sportfest habe ich neben der Seitenlinie gestanden. Fast hatte ich das Gefühl, die Menschen haben sich nicht recht getraut, auf mir Platz zu nehmen. Dabei war das doch so ein schöner Anlass...

Viele Gespräche habe ich bei Tölle gehört. In der Zeit, als ich dort stand, haben immer wieder Menschen auf mir gesessen, Kaffee getrunken und sich unterhalten. Das war schön! Fast so, wie in dem Werbespot: "Halbzehn in Deutschland". So ist es gedacht. Deshalb werde ich auch weiterhin durch die Gemeinde gefahren. Und ich hoffe, das immer wieder Menschen auf mir Platz nehmen...

 

 

Es war richtig heiß, an diesem 23. Juli. Ich wurde ganz nach oben gebracht, an den höchsten Punkt Lippes: auf den Köterberg. Wer dort auf mir Platz nahm, konnte wunderbar auf den Klosterberg und auf das Kloster Falkenhagen herabschauen und hatte zudem eine schöne Aussicht auf das Weserbergland. Menschen aus ganz anderen Gegenden Deutschlands haben auf mir gesessen. Es war wunderschön... nur zu heiß.

 

Die Bank auf dem Köterberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach bin ich über Hummersen nach Polle an die Weser gebracht worden. Der Fährmann hatte mich eingeladen, auf seiner Fähre zu stehen. Dieser kleine Weg über die lippische Grenze hinaus war toll. Menschen auf der Fähre haben mich mit zwinkernden Augen angeschaut - aber für Gespräche fehlte die Zeit. Waren Interessierte erst einmal da und machten Anstalten auf ein Gespräch, war die Weser schon überquert und sie mussten weiter. Da habe ich mir gedacht: Es tut schon gut, eine Pause zu haben. Einfach mal auftanken - und wenn es nur ein paar Minuten sind auf mir Kirchenbank.

Abschließend habe ich noch vor der Bäckerei in Sabbenhausen gestanden. Aber es war den Menschen für einen Einkauf einfach zu heiß und ich kann gut verstehen, dass wir an diesem heißen Nachmittag in Sabbenhausen kaum jemanden getroffen haben. Wen wir aber an diesem Nachmittag getroffen haben, der war begeistert.

 

An vielen anderen Orten bin ich in diesem Sommer gewesen, zum Beispiel auf einem Bikergottesdienst in Schwalenberg. Schnelle Maschinen, Lederkleidung und das Wort Gottes - und mittendrin die Bank aus der Klosterkirche.

 

Bankaktion. Bikergottesdienst

 

Im August hat die Reihe der Schützenfeste in Falkenhagen ihren Abschluss gefunden. Natürlich mit der Kirchenbank auf dem Festzelt. Mal sehen, was der Herbst noch für mich zu bieten hat.



Autor: leweke -- 23.05.2016; 07:51:35 Uhr

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