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Unsere neue Kirchengemeinde

„Evangelisch – reformierte Kirchengemeinde Elbrinxen – Falkenhagen“

In diesem Jahr sind wir im letzten Jahr der Eigenständigkeit der Kirchengemeinden Elbrinxen und Falkenhagen. Auf der Herbstsynode der Lippischen Landeskirche ist auf unseren Antrag hin beschlossen worden, dass die beiden Kirchengemeinden Elbrinxen und Falkenhagen sich zu einer neuen Gemeinde zusammenschließen werden. Mit Ablauf des 31. Dezembers existieren die beiden alten Gemeinden nicht mehr. Ab dem 1. Januar 2021gibt es die neue Gemeinde, die „evangelisch- reformierte Kirchengemeinde Elbrinxen-Falkenhagen“. Mit diesem Beschluss der Landessynode geht ein Prozess auf die Zielgerade, der  ein gutes Jahrzehnt angedauert hat.

Der Ausgangspunkt damals war eine Veränderung, die sich schon länger abzeichnete. Die Gemeinden der Lippischen Landeskirche müssen für eine volle Pfarrstelle 2.500 Gemeindeglieder aufweisen. Eine Zahl, von der beide Gemeinden weit entfernt waren. Mit dem Eintritt Pastor Beckmann in den Ruhestand und dem Pfarrstellenwechsel Pastor Grundmanns war die Neuordnung nicht mehr aufzuhalten. Die Kirchenvorstände standen vor der Überlegung: Wie gehen wir mit den beiden Gemeinden zukünftig um. Damals, vor ca. 10 Jahren, war klar: Für eine eigene Pfarrstelle waren beide Kirchengemeinden jeweils zu klein. Es ging nur zusammen. Die Kirchenvorstände hatten zwei Optionen: eine Fusion (schon damals war die Rede davon – und es gab Zeiten, in denen die Kirchenvorstände davon nur einen kleinen Schritt entfernt waren) oder eine verbundene Pfarrstelle (beide Gemeinden bleiben eigenständig, sind jeweils durch einen eigenen Kirchenvorstand vertreten und werden nur durch den Pfarrer miteinander verbunden). Die verbundene Pfarrstelle ist Wirklichkeit geworden und ist im Jahr 2013 so von mir besetzt worden. Noch vor meinem Dienstantritt war deutlich: wir behalten die Fusion im Blick und wollen mittelfristig diesen Weg beschreiten.

In den nächsten Jahren sind wir langsam aufeinander zugegangen. Die kirchlichen Unterrichte wurden in einer gemeinsamen Gruppe gehalten, die Kirchenvorstände sind immer wieder zu gemeinsamen Sitzungen zusammengekommen, Angebote an die Gemeinden wurden immer wieder mit dem Zusatz verbunden: Ihr lieben Menschen aus der jeweils anderen Gemeinde seid herzlich eingeladen. Gemeinschaft wuchs. Dann kam der Zeitpunkt, an dem wir uns gegenseitig klargemacht haben: Es geht zukünftig nur mit einer Fusion der Gemeinden. Immer wieder haben wir im „Klosterboten“ darüber berichtet. Ein entscheidender Meilenstein war eine öffentliche Gemeindeversammlung, in der wir über die Gründe und unsere Überlegungen informiert haben. Wir haben an diesem Abend ein deutlich zustimmendes Zeichen erhalten. So sind wir weiter auf die Fusion zugegangen. Die gemeinsamen Sitzungen nahmen zu. Es fiel der Beschluss: Ja, wir wollen fusionieren! Das Datum soll der 1. Januar 2021 sein.

Im vorigen Jahr fielen schon einige Entscheidungen. Zum einen eine positive: Wir bekommen für die Zeit der Fusion eine befristete Bonusstelle genehmigt – Pastorin Hanke-Postma ist bis zum 31.12.2021 mit einer Viertelstelle zusätzlich in Elbrinxen und Falkenhagen tätig. Desweitern wurde uns die Reduzierung der Gottesdienste auf einen Gottesdienst pro Sonn- und Feiertag genehmigt. Wir haben die Gottesdienstzeiten bewusst auf 9.30 und 11 Uhr belassen, damit es zukünftig möglich ist, mit den Nachbargemeinden gegenseitige Vertretungsdienste realisieren zu können – denn die Kombination dieser Gottesdienstzeiten ist in unserer Klasse häufiger vertreten. So können Pastorinnen und Pastoren in der eigenen Gemeinde ihren Gottesdienst halten und in einer anderen vor- oder nachher aushelfen.

Relativ kurzfristig ging es im Spätsommer 2019 schon um den Namen der neuen Gemeinde. Die Landeskirche wollte auf der Herbstsynode gleich mehrere Fusionen beschließen – darunter auch unsere. Voraussetzung war der Beschuss beider Kirchenvorstände und der neue Name. Wir hätten einen neutralen Namen (er)finden können – „Christusgemeinde“ oder „Bonhoeffergemeinde“ oder nach geografischen Gegebenheiten: „Gemeinde am Köterberg“. In den Kirchenvorständen waren wir uns einig, dass die Identität (und die Identifizierung von Auswärts) nur über die beiden Ortsnamen geschehen könne. So haben wir uns nach einem Prinzip in der Landeskirche entschlossen, die neue Kirchengemeinde mit den Ortsnamen in alphabetischer Reihenfolge zu benennen. Es war kein Streitpunkt, weil wir alle wussten: der Name ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist die Aufgabe, die wir als Kirchengemeinde zu erfüllen haben. So ist es nun beschlossen – und inzwischen auch von den betreffenden Behörden beurkundet worden.

In diesem Jahr haben wir noch einige Aufgaben zu erfüllen. Wir müssen die Haushalte und den Besitz der beiden Gemeinden zusammenführen. Wir müssen die ein oder andere Ordnung angleichen. Wir müssen über eine Konzeption und eine mittelfristige Gebäudekonzeption nachdenken. Ein neues Siegel wird notwendig.  Und vieles andere mehr.

Dazu sind die Kirchenältesten angetreten, die sich jetzt wieder zur Wahl gestellt haben und nun die Fusion durchführen müssen. Im Klosterboten haben wir über die Kirchenvorstandswahl in der vorletzten Ausgabe ausführlich informiert. Es sind aus den Gemeinden keine Kandidaten benannt worden, so ist es nicht zu einer Wahlhandlung gekommen. Es bleibt aber festzuhalten: Leider haben wir in beiden Gremien zu wenig Kirchenälteste, in Elbrinxen ist nicht einmal der Mindestbestand erreicht worden.

Mit Hilfe des Landeskirchenamtes und einer Gemeindeberatung wollen wir die nun anstehenden Aufgaben bewältigen. Kirchenrechtlich sieht es nun so aus, dass die beiden Gemeinden mit dem Ablauf des 31. Dezembers aufhören zu existieren. Die nun gewählten Kirchenvorstände verlieren damit ihre Aufgabe für die jeweilige Einzelgemeinde (die dann ja nicht mehr existiert). Nach derzeitigem Stand werden alle Kirchenältesten zum 1. Januar gemeinsam zum sogenannten „Bevollmächtigtenausschuss“ zusammengefügt. Dieser Ausschuss wird dann im neuen Jahr die Verantwortung für die neue Gemeinde tragen und eine weitere Wahl zum Kirchenvorstand in Gang setzen. Erst wenn der neue Kirchenvorstand dann im Amt ist und letzte formale Dinge geregelt sind, ist die Fusion abgeschlossen.

Wir wissen, dass mit der Fusion etwas zu Ende geht. Vielen wird vielleicht etwas fehlen. Einigen wird das neue „Nest“ noch ungemütlich sein. Eine 800-jährige Geschichte kommt zum Abschluss. Zwei Gemeinden, die immer eigenständig waren, verbinden sich zu einer neuen Gemeinde. Da kann nicht immer alles passen. Uns als diejenigen, die im Kirchenvorstand für diese beiden Gemeinden verantwortlich sind, ist es wichtig, dass evangelische Kirche im lippischen Südosten Zukunft hat. Wir wissen um den Bevölkerungsschwund in unserer Gegend und wir wissen, dass auch unsere Gemeinden in Elbrinxen und Falkenhagen kleiner werden. Gemeinsam wird es einfacher sein. Wir machen uns in dieser Zeit viel Arbeit, damit wir einerseits die Arbeit des vergangenen Jahrzehnts so abschließen, wie es für die Gemeinden am besten ist – und andererseits so, dass möglichst viel Gewohntes erhalten bleibt. Leben ist Veränderung. Auch bei uns wird es Veränderungen geben. Wenn wir stehenbleiben, werden diese Veränderungen mit uns passieren. Wenn wir weitergehen, werden wir sie gestalten können. Deshalb werben wir in unseren Dörfern: Gebt den Veränderungen durch die Fusion Zukunft, damit evangelische Kirche hier Zukunft hat. Gestaltet mit – gerne auch kritisch, aber bitte konstruktiv – Kirche lebt nur mit und durch die Menschen. Geht diesen Weg mit, lasst die Kirchengemeinde Elbrinxen-Falkenhagen für uns alle zur neuen geistlichen Heimat werden.

Dietmar Leweke



Autor: leweke -- 26.08.2020; 09:30:47 Uhr

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