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Protestantische Pfarrer in Falkenhagen

Nach Aufhebung des Klosters Falkenhagen im Jahr 1596 gilt die Klosterkirche als protestantisch. In den folgenden Jahrhunderten haben folgende Pfarrer ihren Dienst in Falkenhagen ausgeübt:

  • Stephan Jakobi übernahm 1592 das Amt des Gemeindepredigers und bleib bis 1597, ein Jahr nach der Klosteraufhebung.
  • Magister Johann Regius (vermutlich 1597 - 1608) betreute vermutlich von 1600 bis 1606 zusätzllich auch Elbrinxen
  • Henrich Hunäus (1608 -1626) verließ Falkenhagen unter dem Druck der Jesuiten. Bis 1633 gab es in Falkenhagen keinen protestantischen Gottesdienst.
  • Henrich Perizonius (1633 - 1637) musste Falkenhagen ebenfalls verlassen, im Dreißigjährigen Krieg wandte sich die Situation zugunsten der Katholiken, Perizonius musste fliehen.
  • Christoph Röhrendorff wirkte von 1648 - 1650 als Hofprediger auf der Burg Schwalenberg und versorgte von dort aus die Gemeinde Falkenhagen.
  • Simon Bradäus (geboren in Belle) wurde 1651 die Pfarrstelle übertragen, er blieb bis 1684 in Falkenhagen und verstarb 1685.
  • Johann Daniel Geller (1685-1691) übernahm die Pfarrstelle II in Blomberg 
  • Johann Wasmuth (1691-1708) , wechselte nach Almena
  • Hermann Dietrich Rickmeier (1708 -1722) wechselte als Generalsuperintendent nach Detmold.
  • Johann Jakob Strohe (1722-1740) sein Grabstein befindet sich im Kreuzgang.
  • Philipp Casimir Neubourg (1741-1750) verstarb in Falkenhagen.
  • Wilhelm Ferdinand Neubourg (1750-1789) wurde seinem Stiefvater 1746 zur Seite gestellt und übernahm 1750 die Pfarrstelle. Er verstarb in Falkenhagen.
  • Philipp Heinrich Althaus (1790-1818) verstarb 1819 im 81. Lebensjahr in Falkenhagen. 1817 feierte er sein 50 - jähriges Amtsjubiläum. Ebenfalls 1817 wurde die Klosterkirche restauriert.
  • Friedrich Georg Althaus (1818-1820) wurde 1811 seinem Vater als Gehilfen zugeteilt. 1837 wurde er zum Generalsuperintendenten in Detmold ernannt.
  • Friedrich Weßel (1821-1835) wechselte nach Lüdenhausen.
  • Christian Friedrich Melm (1835-1875) kam aus Augustdorf und blieb 40 Jahre lang in Falkenhagen. Er gilt als der intellektuelle unter den Pfarrern in Falkenhagen. In seine Zeit fällt die Vergrößerung des Friedhofes auf der Westseite der Kirche, der Bau der Grundstücksmauern und Umbauten im Pfarrhaus. 1858 wurde er Superintendent der Klasse Brake (bis 1874). Von Pfarrer Melm ist ein umfangreicher Schriftverkehr erhalten. 1875 wurde er seines Amtes enthoben (Vorwurf: sittliche Verfehlungen). Eine Rehabilitierung gelang nicht, Melm starb am 6. September 1881 in Lage.
  • Karl Bornebusch (1876-1888), in seiner Amtszeit wird der Friedhof am Klosterberg angelegt. Bornebusch wechselt nach Hillentrup, wo er nach nur einem Vierteljahr verstirbt. 
  • Wilhelm Hunecke (1888-1905) ist eine umfangreiche Renovierung der Klosterkirche und eine Festschrift zum 650 - jährigen Kirchenjubiläum zu verdanken. 1905 wechselt Hunecke nach Schötmar.
  • Richard Tielker (1905-1924)
  • Otto Voget (1925-1927), wechselt nach Blomberg, setzt sich später äußerst kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander.
  • Wilhelm Kuhlmann (1927-1930), wechselt 1930 nach Hillentrup. 
  • Erich Muthmann (1931-1937), wird nach Helpup versetzt. Auch Muthmann setzte sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander. Wie Voget und Kuhlmann gehörte er dem Coetus Reformierter Prediger in Lippe an.
  • Hans Hossius (1937-1967)  war Pfarrvikar in Falkenhagen und Wöbbel. Anfang der 30ger Jahre war er Landeskandidat in Falkenhagen. Immer wieder kommt er mit dem Nationalsozialistischen Regime in Konflikt. Immer wieder eckte er mit deutlichen Äußerungen an, am 1. Mai 1933 holte er die Hakenkreuzflagge von der Wöbbeler Kirche und auch später setzte er sich deutlich gegen die sogenannten Deutschen Christen ein. Die Falkenhagener Chronik berichtet davon, dass er seinen Konfirmanden verbot, den "deutschen Gruß" auszusprechen und sie aufforderte stattdessen "Auf Wiedersehen" zu sagen. 1934 wurde die Versetzung nach Alverdissen ausgesprochen, auch hier setzte er seinen gewohnten Stil fort. "Wer die Wahrheit sagt, wird heute als Störenfried  betrachtet, dann will ich gern ein Störenfried sein" (Hans Hossius). Im Juli 1934 wird er in "Schutz"-Haft genommen (bis April 1935). Es folgten Beurlaubung, Disziplinar- und Strafverfahren. Nach Einstellung des Verfahrens (1936) wird Hans Hossius zum Studieninspektor am Wuppertaler Predigerseminar berufen. Nach knapp 2 Jahren verlässt er Wuppertal und übernimmt die Pfarrstelle in Falkenhagen (17. Oktober 1937), die er 30 Jahre lang verwaltet hat. 1942 muss Hans Hossius als Soldat in den Krieg, der für ihn mit der Gefangenschaft endet. Er kommt im September 1946 zurück nach Falkenhagen. Die Vertretungen in dieser Zeit übernahmen Kurt Scheulen, Werner Weßel, Hans - Thilo Liebe und Oskar Hammelsbeck. Hans Hossius ist ein zutiefst konservativer Theologe, der mit leidenschaftlichem Eifer allein Gott die Ehre gibt, seine Mitmenschen aber mit sehr kritischen Augen betrachtet - insbesondere, wenn sie den regelmäßigen Kirchgang vermissen lassen. Neuen Entwicklungen in der Kirche kann er sich nicht öffnen.  Am 30. Juni 1967 geht Hans Hossius in den Ruhestand.
  • Reinhold Siebe (1. Juli 1967 - 7. Mai 1983)
  • Jürgen Wieggrebe (1. Januar 1984 - 30. April 1994)
  • Gerald Klaassen (1. November 1994 - August 1996)
  • Matthias Grundmann (1. März 1997 - September 2011)
  • Dietmar Leweke (seit 1. Februar 2013)


Autor: leweke -- 25.02.2019; 08:33:32 Uhr

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